BERUFUNG AUF AUTORITÄT, die

Ist ein argumentativer Übergang. Man baut die Überzeugungskraft des Arguments auf der Expertise einer anderen Person auf.

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Einen Großteil unseres Wissens haben wir nicht durch eigene Erfahrungen gesammelt, sondern durch das Wissen anderer Menschen. Wir verlassen und berufen uns auf deren Wissen. Genau das geschieht auch, wenn wir uns bei einem Argument auf eine Autorität berufen.

Eine Berufung auf Autorität besteht folglich aus:

  • Prämisse 1 (Aussage auf Basis der Autorität)
  • Prämisse 2 (Aussage über die Expertise der Autorität)
  • Konklusion (Schluss aus Aussage und Expertise)

Beispiel:

  • Elinor Ostrom sagt, dass Gemeinschaftsbesitz nachhaltiger bewirtschaftet wird als Privatbesitz. [Aussage der Autorität]
  • Elinor Ostrom ist Nobelpreisträgerin für Wirtschaftswissenschaften. [Expertise der Autorität]
  • Folglich wird Gemeinschaftsbesitz nachhaltiger bewirtschaftet als Privatbesitz. [Schluss]

Ob ein Autoritätsargument gut ist, steht und fällt mit der Expertise der Autorität. Hat die Autorität keine hinreichende Expertise auf dem Gebiet, misslingt das Argument. Beispielsweise ist eine vegane Ernährung nicht deshalb gesund, weil Popsängerin Beyoncé Veganerin ist, wie der Philosoph Anthony Weston so schön schreibt. Denn Beyoncé ist keine Expertin auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaften.

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