BARTHES, ROLAND

* Cherbourg 12. 11. 1915, † Paris 26. 3. 1980
War ein französischer Philosoph und Essayist.

Barthes entsprach nicht dem Bild eines klassischen Philosophen. Akademisches Denken lag ihm fern. Er bewegte sich außerhalb der klassischen Felder der Philosophie, wie Ethik oder Erkenntnistheorie. Deren Werkzeugkoffer bestehend aus Analyse und Argumentation ließ er gerne unbenutzt in der Werkstatt stehen. Stattdessen pflegte er einen literarischen Stil.

Die großen Themen überließ er anderen. Sein Denken kreiste lieber um etwas, mit dem wir alle täglich zu tun haben – aber kaum Notiz davon nehmen: die Zeichen der Sprache und ihre Verknüpfung – den Text. Von diesem Zentrum aus untersuchte er kulturelle Phänomene wie Literatur, Filme, Fotografie, Mode, Werbung oder: die Liebe. All das ist Zeichen, Ausdruck und Bedeutung. Um sie zu verstehen bedarf es des aktiven Lesers, nicht des Konsumenten. Wir arbeiten mit an der Produktion eines Texts oder Bilds, indem wir deren Zeichenketten in Bedeutung übersetzen.

Barthes hatte durch den frühen Tod des Vaters ein sehr enges Verhältnis zu seiner Mutter. Sein letztes Werk, Die Helle Kammer – Bemerkungen zur Photographie war ihr gewidmet. Er starb 1980 kurz vor der Veröffentlichung bei einem Verkehrsunfall.

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