BORGES, JORGE LUIS

*Buenos Aires 24.08.1899, † Genf 14.06.1986
War ein argentinische Schriftsteller und Bibliothekar.

Borges schrieb keine dicken Schmöker. Er begann seine literarische Laufbahn als Lyriker und wendete sich ab den 1940er Jahren Erzählungen und Essays zu. Auch in der Prosaform sind seine Texte selten länger als 15 Seiten – regen Denken und Fantasie aber mehr an als so mancher backsteingroße Roman. Denn sie gleichen Gedankenexperimenten, in denen Fakt und Fiktion ineinanderfließen.

Da gibt es zum Beispiel die Geschichte eines Enzyklopädieeintrags über die Region Uqbar. Der Eintrag kommt nur in einem Exemplar der Enzyklopädie vor, in allen anderen Exemplaren der gleichen Ausgabe aber nicht. Wie kann das sein? Steckt in unseren Fakten vielleicht mehr Fiktion als wir glauben?

Das virtuose Spiel mit Fakt und Fiktion lernte Borges bereits in seinem Elternhaus kennen. Sein Vater besaß eine umfangreiche Bibliothek. Borges bezeichnete sie als das prägendste Ereignis in seinem Leben. Und wie sein Vater litt er an einer zunehmenden Sehschwäche. Mit Mitte Fünfzig war er vollständig erblindet. Das Augenlicht mag sich verdunkeln. Das Licht der Fantasie leuchtet dafür umso heller.

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