SOLIDARITÄT, die

Ist ein soziales Wundermittel.

In Pandemiezeiten wichtiger denn jeas zeigen die zahlreichen Appelle, die die Spitzenpolitik seit Frühjahr 2020 in schöner Regelmäßigkeit an die Bevölkerung richtet.

Das macht durchaus Sinn, enthält der Begriff doch die Idee einer Verbindung und einer Verpflichtung zwischen dem Individuum und anderen Individuen, die so zu einer Gemeinschaft werden. Solidarität ist aber keineswegs ausschließlich altruistisch – die Bereitschaft, anderen beizustehen, ist verknüpft mit der gesunden egoistischen Erwartung, dass man auch selbst im Bedarfsfall mit Hilfe rechnen kann. Realistisch und angemessen ist diese Erwartung, weil es ein gemeinsames Ziel zu erreichen gilt; und weil die Interessen, die bewahrt oder durchgesetzt werden sollen, von der Gemeinschaft als berechtigt beurteilt werden.

Der philosophische Begriff der Solidarität ist damit enger umgrenzt als unser Alltagsverständnis oft vermuten lässt, und er hat sehr viel weniger mit demütiger Selbstaufopferung als mit zielgerichteter Interessenvertretung zu tun. Soziales Wundermittel? Klar, aber damits funktioniert, müssen alle mitmachen.

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