SPRECHAKT, der

Ist eine Handlung, die man mit Worten vollzieht.

Wenn wir eine Sprache sprechen, wenden wir nicht nur ihre Grammatik richtig an, sondern wir tun auch etwas mit ihr, wir führen Handlungen aus. In der Philosophie hat ab den 1950er Jahren die Theorie der Sprechakte untersucht, was da passiert, wenn wir mit Worten handeln.

Ein klassischer Sprechakt ist beispielsweise eine Schiffstaufe. Der Schiffstäufer spricht die Worte aus: „Hiermit taufe ich Dich auf den Namen MS Franziska!“ – und schleudert eine Sektflasche krachend an die Bordwand. Der Täufer sagt nicht nur etwas, sondern er tut vor allem etwas, nämlich das Schiff taufen. Würde er nur die Flasche gegen das Schiff schleudern, bliebe das Schiff ungetauft.

Ein Sprechakt besteht demnach aus drei Elementen:

  • Den Lauten, die der Sprecher äußert
  • Dem Inhalt, den der Sprecher mit dem Satz transportiert
  • Der Handlung, die der Sprecher mit dem Satz vollzieht

Zwei philosophische Werke haben sich als wegweisend erwiesen:

  • How to do things with Words des englischen Philosophen John L. Austin
  • Speech Acts des amerikanischen Philosophen John R. Searle

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