29 OKT 2021

13 Min

Der lange Weg zum Relaunch

Im März 2020 ging Deutschland in den ersten Coronalockdown. 19 Monate danach ringt das Land noch immer mit der Pandemie. Auch unseren Plan, ein kleines Unternehmen für Philosophie aufzubauen, hat sie gehörig durcheinandergewirbelt. Dieser Essay erzählt die Geschichte davon, von uns und dem Virus.

Portrait des chilensichen Neurobiologen Humberto Maturana

Foto: Jeremy Lapak / Unsplash

Starting it up

Wir schreiben das Sternenjahr 2019. Die Adventszeit hält mit einem Hauch von Besinnlichkeit Einzug. Von diesem Hauch umweht und inspiriert denken wir über die Zukunft der Philosurfers nach. Nach intensiven Diskussionen entschließen wir uns, Nägel mit Köpfen zu machen: Mit den Philosurfers ein echtes Philosophie-Start-up zu gründen – ein kleines Unternehmen mit allem drum und dran.

Es lag bereits eine längere Zeit hinter uns, in der wir die Idee der Philosurfers entwickelten und in verschiedenen Formaten vor Publikum ausprobierten. Wir verbanden Weinverkostung mit der Frage nach der Wahrheit, führten in einem wunderschönen Weinatelier Kurse u.a. zu Kapitalismus, Bullshit und Gutem Leben durch, gingen in Vortrag und Filmpatenschaft der Frage nach dem Glück nach und hielten in einer gymnasialen Oberstufe einen Workshop zum weisen Umgang mit der Natur ab.

Die Phase des Ausprobierens war durch ein breites Spektrum an Themen und Formaten gekennzeichnet. Für das Start-up wollen wir uns nun thematisch fokussieren und uns vom philosophischen Gemischtwarenladen zum Spezialitätenhändler entwickeln: Das Gute Leben soll Mittelpunkt und Bindeglied aller Kurse und Workshops sein, denn es verbindet perfekt philosophischen Tiefsinn mit praktischer Relevanz. Mit der Frage nach dem Guten Leben nahm die Philosophie vor mehr als 2500 Jahren ihren Anfang. Und sie gewinnt gegenwärtig an Bedeutung, gerade in einer zunehmend komplexer werdenden Zeit. Von diesem Zentrum aus, so nun unser kühner Gedanke, bauen wir ein Kursprogramm auf, in dem Themen und Kurse systematisch und stimmig aufeinander aufbauen und miteinander verbunden sind – sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen.

Neben diesen inhaltlichen Überlegungen sind aber auch ganz schnöde organisatorische und rechtliche Dinge zu regeln: Wie läuft das mit der Unternehmensgründung? Welche Rechtsform eignet sich für uns? Was muss im Gründungsvertrag stehen? usw. Da wir ziemlich blank in diesem Bereich sind, entscheiden wir, uns bei der IHK in Darmstadt beraten zu lassen. Mit Fragen gespickt betreten wir an einem sonnigen Wintertag Mitte Dezember die Rechtsberatung der IHK und kommen mit einer schönen Menge neuer Erkenntnisse wieder heraus. Die Gründung unseres Philosophie-Start-ups liegt nun förmlich in der Luft. Wir können es quasi riechen.

Was wir nicht ahnen: In China macht sich ein noch namenloses Virus daran, vom Tier auf den Menschen überzuspringen. Kurz nach Weihnachten treten in der chinesischen Millionenstadt Wuhan erste Fälle einer unbekannten Lungenkrankheit auf. Der Arzt Li Wenliang berichtet am 30. Dezember in einer Chatgruppe davon – nur um noch in der gleichen Nacht in das Sicherheitsbüro der Stadt einbestellt und gezwungen zu werden, seine Aussagen zu widerrufen.

Die Ankunft des kleinen Fieslings

Das alte Jahr 2019 verglüht zu Sternenstaub und 2020 baut seine Galaxie an verheißungsvollen Momenten auf. Bei der Durchsicht unseres philosophischen Gemischtwarenladens wird uns erst richtig klar, wie viele verschiedene Fäden inklusive loser Enden wir bisher gesponnen haben. Einige davon betten wir im Ideenarchiv zur letzten Ruhe. Andere jedoch passen durchaus in unsere zukünftige thematische Fokussierung. Und die wollen wir mit neuen, frischen Ideen zusammenbinden. Zu wunderbaren Präsenzkursen.

Aus einem der Ideenfäden beabsichtigen wir, ein besonders schönes und strapazierfähiges Garn zu machen: Ethik und Weisheit fürs Business. Dazu müssen wir wissen, wen wir damit umgarnen wollen. Also wie die Zielgruppe aussieht. Voller Elan nehmen wir Fantasie und Papier zur Hand und entwerfen Personas: mit Curriculum, Charakter und einem Namen. Dem geben wir einen Rahmen bestehend aus Unternehmenskonzept, Businessplan und Portfolio.

In Wuhan häufen sich die Fälle der unbekannten Lungenkrankheit. Die chinesischen Behörden sprechen von einem neuartigen Coronavirus. Drei Wochen später, am 30. Januar, erklärt die WHO eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite”. Wir nehmen es am Saum unseres Bewusstseins wahr. Kurze Zeit später bekommt das Virus, wie unsere Personas, einen Namen. Die WHO tauft es SARS-CoV-2. Unter diesem Namen schifft es sich nach Europa ein. Die Einschläge kommen näher: Bergamo, München, Heinsberg. Das Virus repliziert sich nach und nach auch in unser Bewusstsein. Tage später die erste größere Irritation: Im Supermarkt gibt es keine Nudeln mehr, kein Mehl und ... kein Toilettenpapier! Dann kommt der 22.03.2020. Und mit ihm Lockdowns, Kontaktbeschränkungen, Betretungsverbote. SARS-CoV-2 hat nun für jeden ersichtlich Deutschland erreicht. Der Lockdown und die Stille legen sich über das Land. Und unsere Pläne für die besten Präsenzkurse aller Zeiten sind vorerst dahin.

Zurück auf Los

Wenn auch für uns die Situation neu und verwirrend ist – eines wird uns ziemlich schnell klar: Es bricht keine gute Zeit für Seminare an, die auf Kommunikation, Begegnung und Austausch setzen. Aber was soll's – als Philosophen kennen wir schließlich die Stoa und wissen, dass es wenig bringt, sich über das Unvermeidliche aufzuregen. Viel besser dagegen ist es, in die Hände zu spucken und das Machbare anzupacken. So lassen wir uns erst einmal Stoffmasken schneidern, mit Papageien oder rosa Punkten drauf, denn nach einigem Hin-und-her ist bundesweit die Maskenpflicht eingeführt worden. Es herrscht die blanke Ungewissheit – auch bei uns. Nach reiflicher Überlegung schmieden wir schließlich einen verwegenen Plan: Unter dem Schutz der Masken zum unbekannten Kontinent der Onlinekurse aufzubrechen.

Wir wollen bescheiden mit einer kleinen Expedition anfangen. Die Idee: Wäre es nicht schön einen Moment zu schaffen, in dem man in Ruhe in die Wolken schauend über ein Thema nachdenken kann? Eine Art Denkanstoß. Am Himmel würde man jetzt sehen: kein Flugzeug, nirgends. Dem stolzen Kranich Lufthansa droht der finanzielle Absturz. Die Bundesregierung springt mit einem Hilfspaket in Milliardenhöhe ein. Ein paar Milliönchen davon würden uns auch gut tun.

Im Dschungel der Onlinelösungen I: Kursplattformen

Kaum sind wir zur Expedition aufgebrochen, müssen wir uns schon durch Dickicht schlagen. Denn wir wollen unsere kleinen Onlinekurse nicht auf irgendeiner Plattform hosten, die toll aussieht, von der wir aber nicht wissen, wo die Server stehen und ob sie aus den digitalen Interaktionen der Kursteilnehmer Verhaltensprofile erstellt und diese an Databroker weiterverkauft.

Die datenethische Minimalanforderung lautet deshalb: Datenschutz nach EU-Recht und Serverstandort in der EU. Besser noch: in Deutschland und nach deutschem Recht. Und gerne ein mittelständisches Unternehmen statt einer der großen Player. Da die Rechercheergebnisse dürftig sind, entscheiden wir uns dafür, den kleinen Onlinekurs auf unserer eigenen Website zu hosten. Die Auslieferung soll ganz oldschool via E-Mail und Link geschehen. Aber automatisiert. Dafür brauchen wir einen externen Service. Und finden ihn in einem kleinen, schicken Newsletterdienst aus Freiburg: DSGVO-konform, Serverstandort in Deutschland, Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung. Perfekt.

Im Dschungel der Onlinelösungen II: Bezahlservices

Danach steht uns schon der Gang ins nächste Dickicht ins Haus: Die Suche nach einem Online-Bezahlservice. Schließlich sollen die Onlinekurse auch ein bisschen Kleingeld in unseren bescheidenen Geldbeutel spülen. Wie beim Hosting haben wir auch beim Bezahlservice den Anspruch, dass er nicht nur funktional ist, sondern unsere ethischen Mindestanforderungen erfüllt. Das Dickicht breitet sich dadurch zu einem wahren Irrgarten aus.

In einem Irrgarten ganz anderer Art marschieren derweil gut 38000 Bürger in Berlin umher. Sie demonstrieren gegen die Coronamaßnahmen. Für Grundrechte? Für Freiheit? Gegen Solidarität. An der Spitze des Irrsinns entern Reichsbürger die Treppen des Reichstagsgebäudes. Die Bilder gehen um die Welt. Und sie kündigen das Ende des Sommers der Unschuld an. Die zweite Welle rollt vom Horizont heran. Nur wenige wollen es wahrhaben. Doch die Illusion, SARS-CoV-2 sei mit dem Frühjahrslockdown verschwunden, bröckelt dahin.

Auch in unserer Zuversicht, einen passenden Service für's Onlinebezahlen zu finden, zeigen sich erste Risse. Der Markt scheint von großen Playern beherrscht zu sein. Parallel zu dieser nüchternen Erkenntnis starten wir Überlegungen zu unserer Hausbank. Und siehe da, völlig unerwartet entdecken wir, dass der Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken für seine Kunden einen Onlinebezahldienst anbietet. Das würde zu der wunderbaren Lösung einer regionalen Hausbank mit angeschlossenem Onlinebezahldienst führen. Wir testen, befinden für gut und legen uns auf die Volksbank in unserer Nähe fest.

Das leise Perlen von Schaumwein

Um Bank und Dienstleister beauftragen zu können, fehlt uns noch ein zentrales Dokument: der Unternehmensvertrag. Nach dem Input aus der IHK-Rechtsberatung vor fast einem Jahr – was sich wie ein vergangenes Erdzeitalter anfühlt – und den Gesprächen mit unserer Steuerberaterin läuft alles auf eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) hinaus. Dafür sind noch einige Hürden zu nehmen: Wir ringen mit Themen wie Einlagen, Entnahmerecht und Auflösungsmodalitäten in aller philosophischen Tiefe. Dann steht er tatsächlich: Unser Vertrag zur Gründung einer GbR. Mitten in der zweiten Welle, an der Schwelle zum grauen Monat November. Uns fällt ein Meilenstein vom Herzen.

Wegen der zweiten Welle fällt die Unterzeichnung des Vertrags leider sehr unglamourös aus: Kein Feuerwerk, kein Konfettiregen, nur zwei Unterschriften auf einem hin und her gescannten Dokument. Von Ferne scheint zumindest ein leises Perlen von Schaumwein zu vernehmen zu sein. In Gedanken schicken wir, ethisch nicht ganz korrekt, ein Prösterchen über den großen Teich. Dort wird DJ Trump nebst Gattin positiv auf Corona getestet. Die Empfehlung, Desinfektionsmittel einzunehmen, hat sich wohl doch nicht als COVID-Killer erwiesen. Karma is a bitch!

Unser schönes digitales Zuhause

Die Expedition in die Onlinekurswelt wirkt sich auch auf unser bisheriges digitales Zuhause aus: die Philosurfers Website. Da wegen der Onlinekurse neue Inhalte und Strukturelemente hinzukommen werden, denken wir, okay, dann lass uns doch gleich die gesamte Website überholen. Sie soll aufgeräumter, stylisher, aber nicht weniger gehaltvoll sein. Irgendwie schwebt uns ein gewisser ästhetischer Minimalismus mit Pop-Einschlag vor. Erfrischend anders eben. Der erste Entwurf gerät dann doch etwas zu minimalistisch und wir diskutieren uns die Köpfe heiß, wie wir zu einer guten Balance kommen können. Nach ein paar Korrekturschleifen nähert sich der Umbau einem Zustand an, mit dem wir sehr zufrieden sind.

In der Technikabteilung kommen die eingekauften Softwaredienstleistungen an. Es ist ein Hauch von Weihnachten. Wir packen die Auslieferungs- und Bezahl-Infrastruktur aus und müssen sie nun konfigurieren. Konfigurieren. Wir. Philosophen. Nur knapp 30 km von uns entfernt zeigt ein anderes junges Unternehmen wie Konfigurieren geht – von Impfstoffen. Biontech mit Sitz in Mainz beantragt für seinen mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 die EU-Zulassung. Am 21.12. wird er von der EU-Kommission genehmigt. Israel, UK und die USA impfen bereits damit.

Inhalte? Welche Inhalte?

Aber Moment! Ist da nicht auch noch was mit Inhalten? Also Philosophie, Gutes Leben und so? Im Rückblick werden wir vermutlich selbst darüber erstaunt sein, aber tatsächlich bekommen wir es hin, neben der Entdeckung des Onlineneulands die ersten kleinen aber feinen Kurse zu bauen. Und gleich viereinhalb an der Zahl:

  • Gutes Leben
  • Weisheit
  • Weisheit@Work
  • Angewandte Weisheit
  • Sowie einen Minikurs Philosophie zum Reinschnuppern.

Mit Weisheit beschäftigen wir uns bereits seit 2019 und erkoren sie zu unserem ersten Schwerpunkt. Denn Weisheit ist eine der wichtigsten Tugenden in der Tugendethik, eng verbunden mit dem Guten Leben – und sie begründete mit ihrem wunderschönen griechischen Namen Sophia die abendländische Philosophie (Philosophie bedeutet übersetzt Liebe zur Weisheit). Genügend Gründe also, mit dieser durch und durch philosophischen Tugend in die Onlinewelt aufzubrechen. Gleichzeitig wollen wir unsere Idee eines systematisch aufgebauten Kursprogramms ausprobieren, sodass wir der Weisheit gleich drei Kurse widmen: Einen Basiskurs und zwei Kurse, in denen wir ihre erstaunlichen Praxisfähigkeiten näher betrachten.

Bleibt nur noch die Frage, wie wir diese Art von Kurs nennen wollen. Den Arbeitstitel „Denkanstoß“ geben wir schweren Herzens auf, weil er in verwandten Kontexten bereits in Gebrauch ist. Nach einer kleinen Begriffs-Castingshow entscheiden wir uns für „Schlaglicht“. Ein Schlaglicht [ˈʃlaːklɪçt] ist nach Duden ein „Lichtstrahl, der ein Objekt, einen Gegenstand hell, leuchtend aus der dunkleren Umgebung heraushebt“. Genau das sollen die Kurse tun. Doch bevor wir Gefahr laufen, Inhalte überzubewerten, präsentiert uns die Onlinewelt eine weitere Baustelle: IT-Recht.

Im Kaninchenbau des IT-Rechts

IT-Recht ist ein klassisches Rabbithole. Zuerst denken wir, okay, im Internet gibt es ja bestimmt kostenlose Vorlagen für AGBs und Datenschutzdingens – und dann basteln wir daraus geschwind etwas zusammen. Doch je länger wir zu dem Thema recherchieren, umso klarer wird uns, dass es sich hier um Hardcore-Jura handelt: BGB 312c ff Fernabsatzverträge, BGBEG Art 246a Informationspflichten bei Fernabsatzverträgen und die allseits gefürchtete DSGVO.

Wir hissen die weiße Fahne und engagieren einen Fachanwalt für IT-Recht. Sein Kostenvoranschlag nimmt uns kurz den Atem. Aber als wir die finale Version unserer AGBs und der Datenschutzbestimmungen vor uns haben, wissen wir: Das ist die richtige Entscheidung gewesen. In den Telkos mit dem Anwalt wird uns erst so richtig klar, welche Fallstricke in diesem Bereich lauern.

Während wir so mit dem Internetrecht ringen, gibt es auch Bewegung in der Welt der Coronaverordnungen: Bund und Länder vereinbaren die Verlängerung der Verlängerung der Verlängerung des Lockdowns: diesmal bis zum 14. Februar 2021. Hinzu kommt die Pflicht zur OP- oder FFP2-Maske. Die schicken Stoffteile mit den Papageien und rosa Punkten haben also ausgedient.

Ärmel hoch zum Relaunch

Die Einzelteile unseres Online-Abenteuers fügen sich nun Stück für Stück zusammen: Die Website ist runderneuert, der Bezahldienst konfiguriert, der Auslieferungsservice aufgesetzt sowie AGBs und Datenschutzbestimmungen eingepflegt. Jetzt ist Testen angesagt. Am lebenden Objekt. Die Testpersonen geben wertvolles Feedback zu Website und Onlinekursen. Sie entdecken Fehler im Anmelde- und Bezahlprozess, regen Verbesserungen der Bedienbarkeit an und fänden bei den Inhalten mehr Praxisbezug gut. Wir priorisieren das Feedback und machen uns an die Umsetzungsarbeit.

Am 9. April 2021 erreicht unsere Expedition „Onlinekurse” schließlich das Basiscamp – im Gepäck gleich vier der handlichen Schlaglichter. Der rote Knopf wird entplombt. Sollen wir? Nur Mut, rufen die Stoiker, und wir drücken mit Herzklopfen auf den Knopf: Unsere neue Website inklusive der Schlaglichter geht online.

Im Land geht es derweil Schlag auf Schlag: Die Kanzlerin entschuldigt sich für die Idee der Osterruhe, die Maskendeals der Parteikollegen Nüßlein und Löbel fliegen auf und in den Discountern gehen die neuen Schnelltests weg wie geschnitten Brot. Und auch bei den Hausärzten läuft der Countdown. Sie bestellen mehr als eine Million Impfdosen.

Chronik einer Koinzidenz

Nachdem wir auch das fünfte Schlaglicht, Angewandte Weisheit, nach einer großen Überarbeitungsrunde online gestellt haben, kehrt etwas Ruhe ein. Es ist Mitte Juni 2021, der Sommer bricht an, doch die Pandemie denkt nicht daran zu verschwinden. Sie hat sich zu einem einschneidenden Ereignis entwickelt, das Auswirkungen auf unser gesamtes Leben hat. Unter ihrem Regime gewinnen die großen Begriffe wieder an Bedeutung: Wissen, Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit. Dieser besonderen Situation wollen wir in einem neuen Schlaglicht Rechnung tragen: Leben in der Coronapandemie.

Neben dem neuen Schlaglicht steht ein Thema im Raum, mit dem sich ein neu gegründetes Unternehmen fast zwangsläufig konfrontiert sieht: Wie bekommen wir mehr Aufmerksamkeit für unsere philosophischen Leistungen? Unsere Antwort: Website optimieren und Social Media intensiver bespielen. Bei der Website sehen wir Potenzial in der Verbesserung des Suchmaschinenrankings. Mit kindlicher Naivität nähern wir uns einer unscheinbaren Abkürzung: SEO – Search Engine Optimization. Was ein bisschen nach Keywordspielerei aussieht, bringt uns ein umfangreiches Update der Website ins Haus. Für die Social Media Kanäle schwebt uns ein Kontrastprogramm zur techniklastigen SEO vor: Storytelling. Dazu brauchen wir vor allem eins: eine Story – aber welche? Nach etwas Überlegen lautet die Lösung: Warum erzählen wir nicht einfach unsere eigene Geschichte – wie wir von SARS-CoV-2 kalt erwischt wurden und uns unter dessen Schatten in die Onlinewelt aufmachten? Eine herzzerreißende Abenteuergeschichte in Reinform. Und das Beste daran: Damit fügen sich Marketing und Schlaglichtinhalt zu einer wunderbaren Einheit zusammen.

Am 22. März 2020 ging Deutschland in den ersten Coronalockdown. Heute, 19 Monate danach, im Oktober 2021, ringt das Land noch immer mit der Pandemie. Sie hat nicht nur täglich neue Inzidenzen produziert, sondern auch eine ganz persönliche Koinzidenz: Zwischen dem Virus und uns. Dieser Essay erzählt die Geschichte davon, deren Ende und Kulminationspunkt das neue Schlaglicht markiert: Leben in der Coronapandemie. Darin gehen wir den grundlegenden Fragen nach, die uns SARS-CoV-2 gestellt hat: Was ist wahr, was falsch? Wie gehen wir mit Ungewissheit um? Was darf der Staat? Was ist Freiheit? Wie wichtig sind Solidarität und Gerechtigkeit? Und gibt es so etwas wie ein Gutes Leben in der Pandemie?

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